Zeichnungen zu Volksfrömmigkeit, Glaubenswahrheit und Zivilisationskritik
Seit jeher mutet Béla Faragó den Betrachtern seiner Gemälde und Zeichnungen einiges zu. Seine Porträts der letzten zwei Jahrzehnte nehmen fiktive Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Typen der Gesellschaft aufs Korn, deren Eitelkeit, Gier, versteckte oder offene Brutalität er durch Übertreibungen der Physiognomie, der Haltung und des Kostüms charakterisiert. Sein Weltbild ist von christlichen und humanistischen Werten geprägt; doch von deren Brüchen und Gegenpositionen lebt seine Kunst. Vertreter beider christlicher Konfessionen haben sich daher nie gescheut, seine drastischen Werke in kirchlichen Räumen zu zeigen. Faragós neuer, von der Buchschwabacher Gemeinde Maria-Magdalena angeregter Zyklus zum Thema Religion und Glauben mit dem Titel „Willkommen im Paradies“ fügt sich also nahtlos in die Reihe von Ausstellungen des Künstlers in kirchlichen Räumen ein, wo christliche Gemeinden dem kritischen Blick auf Gesellschaft und Religion offen gegenüberstehen - wohl wissend, dass Bereitschaft zur Reflexion ein hohes Gut ist, bedingungslose Zustimmung zu jedem einzelnen Bild aber nicht eingefordert werden kann. Faragós Zyklus zum Totentanz wurde 2007 hier gezeigt und war zuvor im Domschatz- und Diözesanmuseum in Eichstätt zu sehen. Der Zyklus „Willkommen im Paradies“, aus dem vierunddreißig Werke gezeigt werden, repräsentiert einen persönlichen Blickwinkel des Künstlers, der das Thema Religion und Glauben nicht enzyklopädisch abarbeitet, sondern sich auf spontane Eingebungen und gemachte Erfahrungen stützt.
© Galerie Destillarta